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Ich bin mir noch gar nicht sicher, was ich hier schreiben möchte.
Meistens fangen diese Übertragungen so an, dass ich mich danach fühle, etwas zu teilen, aufzuschreiben, festzuhalten.
Ich bin jetzt in einer Phase, die sich wie eine Übergangsphase anfühlt.
Übergang von Ängsten und Zweifeln hinein in Liebe und Vertrauen.
Das Vertrauen, dass für alles gesorgt ist und das Vertrauen, dass ich meinen Beitrag dazu leisten darf.

Eine so wichtige Thematik in meinem Leben war und ist nach wie vor Sexualität.
Heilende Sexualität – heilige Sexualität. Das Tabu aus dem Thema zu nehmen und die Konversation zu eröffnen.
Ich möchte nun hiermit einen Raum öffnen für die Sexualität. Für alles, was damit in Verbindung steht.
Und auch meine Geschichte mit euch teilen. Weil sie auch die Geschichte von so vielen anderen Frauen ist.

Sex war schon von kleinauf ein Thema, dass in einer großen nebeligen Wolke eingehüllt war.
Es wurde nie so richtig darüber geredet, jeder wusste, dass irgendwann in Biologie in der Schule der ,,Aufklärungs-Talk“ ansteht und die meisten haben sich entweder darüber geschämt oder es war ein großes Thema zum Lachen.
Sex und Sexualität allgemein waren einfach undurchschaubar. Niemand redet darüber. Jeder macht es. Es ist essenziell DIE SACHE, die unser Leben ermöglicht und weshalb wir alle hier auf der Erde sind.

Durch diese Geheimtuerei bin ich aufgewachsen mit dem Glauben, dass Sex sich beschränkt auf einen Akt, der regelmäßig von zwei Menschen ausgeführt wird, mit unklarem Motiv, außer man möchte Kinder, und keiner redet darüber?! Whaaaaatttt??? Nun gut, schließen wir uns dem halt an.

In meinen Jugendjahren ist das Thema natürlich größer und offizieller geworden. Mitschüler fangen an miteinander zu gehen, beim feiern machen Leute rum und gehen miteinander nach Hause. Sex ist da. Überall und offensichtlich.
Ich war doch ein recht graues Mäuschen anfangs und habe mich eher im Hintergrund gehalten. Bis zu meinem 17 Lebensjahr habe ich mich zurückgehalten und war auch Recht nervös vor meinem ,,Ersten Mal“ weil ich keine Ahnung hatte was ich dabei machen soll. Haha wie ein verlorener Fisch im Wasser.

Als ich dann meine ersten sexuellen Erfahrungen gemacht habe, bin ich auch nicht schlauer geworden. Manches hat sich gut angefühlt, großteils aber eher stumpf, manchmal schmerzhaft, nie so richtig befriedigend. Und es fiel mir schwer, richtig zu kommunizieren was ich will. Weil ich auch nicht richtig wusste was ich will und wie das funktioniert. Meistens war es mehr ein schneller Akt, der Mann ist gekommen, befriedigt und fertig, und ich nicht mal richtig angefangen, benutzt und mit einem riesen Fragezeichen in mir. IST DAS FÜR ALLE FRAUEN SO?? WIESO FÜHL ICH MICH HIER SO VERLOREN UND BENUTZT?
Wenig wusste ich, dass ich meinen eigenen sowie einen kollektiven Schatten verkörpert habe. In meinem Körper die Benutzung und Unterwerfung des Weiblichen getragen.
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Einmal vorwärts gespult zu meiner letzten Beziehung. Die ich initiiert habe. Wo ich gewusst habe, wo es lang geht und mich selbst zu ihm geleitet habe. Diese Beziehung hat meine Sexualität weiter und weiter enthüllt und mir so viele Fragen beantwortet. Dynamiken enthüllt und Schatten ans Licht gebracht.
Einige Stichworte, die mir bewusst wurden:


~Sexualität und Emotionen sind stark verbunden
~Entspannung, Bewusstheit und SLOW DOWN ist der Schlüssel

~Dein eigenen Körper erkunden und berühren, lieben und wertschätzen bringt dich näher an deine Sexualität
~Kommunikation !!! ist die Basis eines harmonischen Sexlebens
~Geben und Empfangen ohne Angebundenheit


LEUTE, so viele Frauen erleben ihr ganzes Leben kein wirklich erfüllendes Sexleben.
Wir stecken fest in dem Glauben, dass Sex für uns einfach keinen Spaß machen soll.
Dass wir die Werkzeuge sind, um Kinder zu bekommen und den Mann zu befriedigen.

Oder wir stürzen uns von einer in die nächste Gelegenheit, um uns wegzugeben. Schnelle Befriedigung und oberflächliche Sexerlebnisse.

Stop. Nicht mehr. Wir sind nun imstande dazu, dass wir unsere Souveränität an uns nehmen und zusammen mit dem Mann in ein harmonisches Gleichgewicht kommen.
Und Sexualität hat so viel damit zu tun.
Nun, manchmal durch einen Mann, der uns klar macht, dass wir erfüllenden Sex verdienen.
Das ist aber kein Muss! Es braucht lediglich deine innere Entscheidung, dich in eine Richtung von mehr Erfüllung und tieferem Erleben zu bewegen. In allen Facetten des Lebens.

Ich habe oben erwähnt, dass Sexualität und Emotionen einher gehen.
Nach meiner Erfahrung kannst du deine Sexualität nur gänzlich ausleben, wenn du auch deine Emotionen ganz auslebst. Kein Zurückhalten mehr. Das war ein großes Stück für mich!
Wir halten uns so oft zurück, schlucken runter, weil wir nicht ZU VIEL, ZU LAUT, ZU EMOTIONAL sein wollen. Oder aus ganz vielen möglichen anderen Gründen.
Wir schränken uns ein und lassen uns nicht das ausdrücken, was gerade da ist.
Lassen es uns nicht zu, uns auszudrücken und unsere Wässer zum Kochen zu bringen. Dieselben Wässer, die unsere Sexualität leiten. SAKRAL-Chakra, Zentrum des Wassers, des Flusses von Emotionen, Tränen,  Körperflüssigeiten. Alles das hängt zusammen.
Also ab dem Moment, wo wir uns entscheiden unsere Emotionen anzunehmen und auch nach außen zu bringen, ab dem Moment können wir auch tiefer und weiter zu unserer heiligen Sexualität gelangen.

Und somit erfüllender leben. Tiefer erleben. Das Spektrum der Gefühle wird größer. Höher und tiefer.
Ich bin tief in dieser Reise drin und noch weit nicht am Ende angekommen, falls es eines gibt.
Aber ich habe die Schritte klar gesehen, die es braucht um tiefer zu dir selbst zu gelangen.
Und diesen Weg gehe ich weiter.
Ich freue mich über jeden, der mich, kurz oder lange, auf diesem Weg begleitet.

Meine Intention mit diesem Schreiben ist einfach, eine Resonanz zu erzeugen, mit Frauen aber auch Männern, die ähnliches erlebt haben oder erleben und einen Austausch zu beginnen. Einen energetischen Raum zu öffnen, in dem offen und frei über alles gesprochen werden darf, was auf dem Herzen liegt, ausgedrückt werden möchte. Wo zugehört, gesprochen, gefühlt und erlebt werden kann.
Es gibt wohl jetzt keine Tabu-Themen mehr für mich.
Alles darf gesagt werden mit reiner Intention.
In deiner eigenen Version.
Und wir kommen zusammen und bilden ein Netz.
In dem sich jeder aufgefangen fühlt!

In Liebe

Stephanie